Charaktererstellung

Op Tschernobyl

Charaktererstellung

Hier dein Handwerkszeug zum improvisieren 😉

Stift und Papier breit? Dann schauen wir, was uns das Regelwerk und der Spielhintergrund bereit hält.

Vielleicht noch vorweg, die Op Tschernobyl lehnt sich an, an die Computerspielreihe S.T.A.L.K.E.R. die wiederum in Grundzügen auf dem Buch der beiden Brüder Arkadi und Boris Strugazki basiert, „Picknick am Wegesrand“. Kennst du? Dann schwebt dir sicher bereits ein Charakter vor. Kennst du nicht? Böse Lücke!

Nein, zumindest nicht, wenn du dir deinen Op Tschernobyl Charakter erstellst.

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Wie du der kurzen Einführung in die Hintergrundgeschichte entnehmen konntest, lass doch deinen Charakter in der dir bekannten Welt starten und dann in die Zone wechseln. Gerade dieser Part der Story macht es einfach für dich. Nichts neues lernen sondern mit vorhanden Grundlagen direkt loslegen. Dann noch überlegt, wieso gerade du in der Zone gestrandet bist und auf geht’s!

Mh so gar keine Idee? Dann greifen wir auf einen weiteren Punkt aus dem Regelwerk zurück, dieser vermischt Regeln und Story. Schau dir im folgenden die Spielfraktionen an. Die Bilder flüstern dir vielleicht schon die erste Idee ein oder vielleicht gefällt dir auch nur die Optik. Ein Klick bringt dich zu der jeweiligen Fraktionsvorstellung.

Zurück von der Fraktionsseite und deine Entscheidung getroffen? Dann wird es Zeit für deinen ersten Eintrag. Schnapp dir deinen Stift und schreibe deine Fraktion auf den Zettel.

Und jetzt füllen wir deinen ersten Charakter mit Leben und stellen deiner Rolle ein paar ganz einfache Fragen 🙂

Ich starte gleich mit und erstelle mir einen Charakter fürs Militär.

Die einfachen Fragen
Wo kommst du her und wie heißt du?
Wie alt bist du und hast du Familie?
Wie hat es dich in die Zone verschlagen?

Im Kiew geboren bin ich, Aleksandr Dmitrijowytsch Melnik, dem ukrainischen Militär mit 20 Jahren beigetreten.

Von der Regierung beauftragt dürfte beim Militär wohl nur ein osteuropäische Geschichte sinn ergeben.
Vielleicht kennst du ja eine Stadt die sich hier anbietet. Ein Name ist auch schnell gegoogelt.

Mittlerweile bin ich 22 Jahre alt und der Schutztruppe um Tschernobyl zugeteilt. Meine Eltern wohnen nach wie vor in Kiew. Hier Rund um die Zone, ist es aber mit der eigenen Familienplanung nicht weit her.

Simple Herleitung ohne Schnörkel, die aber gerade deshalb so stimmig ist. Weich nicht zu sehr von deinem Alter ab. Wenn du 20 bist, wird dich keiner für 50 halten oder es wirkt schnell albern.

Wenn du Extreme darstellen möchtest, sammle erst einmal Erfahrung.

Ich wurde vor einem Jahr von meiner Ausbildungskaserne nach Tschernobyl versetzt und der Zonenschutztruppen zugeteilt. 

Ok, dass ist jetzt für dich als Angehörigen des Militär, schnell zu beantworten.

Die Fragen beantwortet? Somit steht dir, für die Interaktion auf dem Spielfeld, ein einfacher wie effektiver Hintergrund zur Verfügung.

Nach Lust und Laune kannst du deine Charakter Vorgeschichte ausschmücken und mit mehr leben füllen. Das zeige ich dir gerne im späteren Verlauf.

Und hier die Zusammenfassung:  👉

Klar du kannst dich einfach treiben lassen, die Spielleitung soll dir alles bieten… blablabla. Rollenspiel wird aber dann interessant, wenn dein Charakter Ziele verfolgt.

Die kommenden zwei elementaren Fragen erleichtern dir, deine Story auf dem Spielfeld zu schreiben. So kannst du aktiv das Spiel gestalten und Langeweile sollte erst gar nicht aufkommen. Hier gewinnt dein Figur an Leben. Die Fragen sind schon schwieriger, da darfst du dir gerne einen Moment Zeit zum nachdenken nehmen.

Und los geht’s 👉

Die grundlegenden Fragen
Was treibt dich aktuell an?
Welches langfristige Ziel verfolgst du?

Neu angekommen in der Schutztruppe heißt es für mich erst einmal die Lage abschätzen. Neu Kameraden und unbekannte Vorgesetzte. Wird also Zeit, Kontakte zu knüpfen und meine Chance auszuloten. Und klar habe ich die Gerüchte um die Zone gehört. Anomalien, Mutationen, Artefakte, verbotene Orte. Alle scheiß gefährlich. Muss schauen, dass ich hier schnell lerne meinen Arsch zu retten.

Aleksandr gehört dem Militär an und braucht sich um was zu Essen und ein Dach über dem Kopf keine Sorgen machen. Dazu gibt es Sold den er auf den Kopf hauen kann. Das Elementare ist abgedeckt und ich muss mir weitere Antriebsgründe für meinen Charakter suchen.

Die Armee gefällt mir und ich möchte dauerhaft ein Teil vom Militär sein. Nur kann es für mich nicht das Zeil sein, als Fußnote in den unteren Rängen zu versauern. Bleibe ich, möchte ich die Hackordnung aufsteigen und mir eine Führungsaufgabe mit bessere Bezahlung erdienen. Tschernobyl zu überleben und mir einen Namen zu machen heißt, die Grundlage für eine Empfehlung zu erarbeiten.

Zwar fehlt mir selbst jeder militärische Hintergrund aber trotzdem möchte ich mit dieser Figur eine Karriere in der Armee anstreben. Somit würde ich dann einerseits Aufgaben im Militär annehmen um mich zu beweisen. Auf der anderen Seite vielleicht andere Spieler treffen und befragen, die gedient haben und mir mehr zum Thema erzählen können. Kurz Wissen sammeln um meine Rolle Tiefgang geben zu können.

Auch dieses Fragen beantwortet? Du wirst selbst gemerkt haben, dass sich deine Erwartung an Spiel verändert hat. Ist neben hinfahren, Airsoftspielen, mitschwimmen hast du sicher deine eigene Vorstellung, was du noch sehr persönliches umsetzen möchtest.

Und du wirst gemerkt haben, die Vorbereitung zählt! Ist aber mit dem richtigen „Handwerkszeug“ gar nicht schwierig und geht leicht und schnell von der Hand.

Hier einen Blick wie es um meinen Aleksandr steht: 👉

Und jetzt wird es knifflig!

Hier trennt sich nun dein Charakter und du im Verhalten. Oder zumindest könntest du es. Mit den folgenden Fragen legst du den Rahmen fest, wie deine Figur sich gegenüber den Mitspielern verhält und wie er seine Ziele verfolgen wird. Bist du im Leben gut strukturiert, pünktlich und gründlich, könnte dein Charakter dies eben nicht sein. Die Hälfte hat eh gleich vergessen und was Pünktlichkeit ist, konnte Ihm bisher keiner vermitteln.

Teils sind gewisse Attribute leicht auszuspielen, teils kann das ab dem ersten Augenblick anstrengend sein. Meist wird es aber auf Dauer, über einen Spieltag oder das Eventwochenende, ganz schön fordern. Wenn du dich hier versuchen möchtest, fange mit was kleinen und einfachen an. Und hier gilt, umso besser du dich Vorbereitet, um so einfacher und überzeugender wird deine Rolle ausfallen.

Die kniffligen Fragen
Was für eine Persönlichkeit hast du?
Welche Moralvorstellungen hast du?

Bekannt bin ich wohl für meine Ernsthaftigkeit. Bekomme ich eine Order, setze ich diese nach besten Möglichkeiten um. Dabei mache ich aber keine Experimente und wähle den geraden Weg zum meinem Ziel.

Trotz seiner Jugend habe ich mich für eine ernsthafte und gewissenhafte Persönlichkeit entschieden. Raffiniert ist dabei nicht sein Ding. Einfach und direkt zum Ziel.

Hier findet ihr weitere Charaktereigenschaften als Schlagwort die euch als Grundlage für eure Überlegungen dienen: Pessimistisch? Idealistisch? Radikal? Konservativ? Schicksalsergeben? Unbekümmert? Militant? Unnahbar? Ernsthaft? Schwülstig? Besessen? Abergläubisch? Extrovertiert? Introvertiert? Zweispaltig? Rational? Rechthaberisch? Leidenschaftlich? Neugierig?

Eine Frage habe ich mir schon mit Beitritt zum Militär gestellt, kann ich einen Menschen töten? Tja, da besinne ich mich doch auf die Goldene Regel:

„Behandle andere nicht, wie du möchtest, dass sie dich behandeln. Ihr Geschmack könnte nicht derselbe sein.“

Gewalt der Gewalt wegen darf ich auch als Soldat nicht walten lassen aber gebietet es die Situation oder der Befehl, werde ich diesen ohne Zögern umsetzen und Gewalt anwenden. Auf der anderen Seite, hat auch eine kleine Notlüge noch wie wem wehgetan.

Nun es ist ein Airsoftspiel was wohl am einfachsten mit Räuber und Gendarm verglichen werden kann. Oh Stopp halt, es ist ein Airsoft Larp Event. Zwar auch nur ein Spiel aber es steckt doch mehr Spieltiefe drin.
Moral, der Maßstab für Anstand oder zumindest das was die Gesellschaft für Anstand hält. In der Zone verschwimmt sicher Gut und Böse und grenzt sich nicht so deutlich ab. Nur ist im Rollenspiel ein Tod ein Tod. Und keiner will sterben. Also greifen dann doch gesellschaftliche Maßstäbe. Ein wirklich schwieriger Punkt auf der OP Tschernobyl, wo die Konsequenzen ausbleiben. Dann bleibt wohl nur zu sagen, Fair Play und mach nicht den Rollenspielhighlander!

Ja, die Fragen sind knifflig und beeinflussen sehr stark dein Spiel. Schwierig wird es dazu, wenn du deinem Charakter hier eine Persönlichkeit und Moralvorstellung mitgibst, die von deiner eigenen oder „normalen“ abweicht. Das wird im Spiel schnell eine Herausforderung für dich. Aber es kann auch ein Heiden spaß machen 🙂

Ausprobieren und lieber langsam anfangen. 👉

Und zum Abschluss der spaßige Teil 😈 Die kleinen Quickies für zwischendurch.

Wenn du ein wenig zuviel Ernsthaftigkeit in den letzten Stunden deines Spieles hattest, dann wird es Zeit für ein bissel Blödsinn. So dienen die Quickies zur Auflockerung deines Spiels und prägen sich oft bei deinen Mitspielern ein. Gerade die eher negativen können für einen Lacher sorgen oder dich aus der Masse heraus heben.

Die Fragen für den Quicky 
Was magst du?
Was verabscheust du?
Gibt es Dinge, die du einfach nicht zustande bringst?

Für laute Rockmusik bin ich immer zu haben. Auch werde ich ein gutes Bier nicht ablehnen. Ok, auch ein schlechtes nicht. 

Was mag dein Charakter oder welche Hobbys hat er. Also Themen über die du im Freundeskreis oder gar mit Gott und der Welt stundenlang labern kann. Das kann eigentlich alles sein. Von Kunst über kunstvolles Stricken bis hin zu preppern oder Fan eines Rollenspiel. Hier such dir was aus, wofür dein Charakter sich neben deinen Zielen begeistern kann. Dies bietet dir weitere gute Grundlagen um Rollenspiel zu betreiben.

Komm mir nicht mit persönliche Fragen. Was eine persönliche Frage ist? Na du stellt Fragen *es folgt ein Augenrollen*. 

Such dir was, was ein schöner Auslöser für eine pampige oder sarkastische Antwort ist. Da finde ich, darf dann auch ein wenig übertrieben werden. Klar wird mein Charakter auch eine persönliche Frage einmal beantworten… wenn der Gegenüber hartnackig bleibt aber der Fragesteller wird merken, das passt mir nicht 😉

Auch kann es eine bestimmte Person. Spinnen. Kaugummi mit offenem Mund kauen. Optimisten. Pessimisten. Diesen verdammten Ort usw. sein.

Ich und links und rechts. Verdammt das geht einfach schief. Ok zu 50% schief aber das reicht um den Affe zu machen. Und so sehr ich mich anstrenge, ich bekomm das einfach nicht geregelt. 

Kennt jeder, denke ich. Einfach kleiner Tick oder ein Rollenspiel Quicky der das Spiel wunderbar auflockern kann.

Hier einige andere Vorschläge für dich: Sich selbst realistisch einschätzen. Vernünftig mit Geld umgehen. Dich in eine hierarchische Struktur einfügen. Sich die Schuhe zubinden.

Vier Fragenblöcke die dich und deine Figur für eine Rollenspielevent vorbereiten. Für meinen Charakter habe ich extreme vermieden und eine „bodenständige“ Geschichte gewählt. Glaub mir keiner, mag den x’ten Supersoldaten oder den abgetreten Joker… Diese Figuren kennen bestimmt alle auf dem Feld, aus Filmen oder Büchern und nehmen dich nicht ernst oder finden dich schnell nervig. Ein Joker aus den Batman Filmen ok, aber stell dir 20 mal diese Figur vor 🤦‍♂️

Was bleibt, ob Anfänger oder Veteran im Rollenspiel, die Vorbereitung zählt. Selbst mit dem ersten Frageblock bist du für Interaktion gerüstet. Spielt dich dein Gegenüber an, hast du grundlegendes zur Hand. Hey, du weißt immerhin deinen Namen 😉 Und das schwierigste am Gespräch ist eh die erste Hürde. Dann läuft es meist von selbst.

Wenn du dann den Schritt machst und die zweite Fragenrunde mitgenommen hast, wird es dir auch nicht langweilig. Du wirst sehen, dass was du dir ausgedacht hast, möchtest du auch ausprobieren und umsetzen. Beste Voraussetzung um ein interessantes und erlebnisreiches Event zu haben.
Block drei und vier sind dann das Sahnehäubchen und der höchste Anspruch an Perfektion. Und Perfektion erreicht man doch nie 😉 Locker bleiben, loslegen und machen deinen Charakter auf dem Spielfeld unvergesslich oder gar zur LEGEND!

Und dann gibt es da noch eine letzte Frage, „Wie wird dein Erscheinungsbild aussehen?“. Klar, die Fraktion gibt dir die Auswahl an Kleidung, Ausrüstung und Airsoft zu einem gewissen Grad vor aber eben nicht alles. Mach dir einen Kopf und zeig uns, wieviel Detailliebe hier drinstecken kann.

Und jetzt, viel Spaß beim Zocken!